FESTIVAL 'TANZ & POLITIK' (11.-13. November)

Die KonferenzteilnehmerInnen werden herzlich dazu eingeladen, die Aufführungen des begleitenden Mini-Festivals 'Tanz & Politik' auf der Probebühne des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft zu besuchen. Das Programm versammelt neueste Produktionen international renommierter TänzerInnen und ChoreographInnen:

11. November, 22:00 Uhr
Mette Ingvartsen (mit Manon Santkin und Sirah Foighel Brutmann): Where is my privacy?
Mette Ingvartsen studierte auf P.A.R.T.S. (Brüssel) und entwickelte seitdem zahlreiche Projekte, die international tourten. Ausgehend von ihrer Zusammenarbeit mit Xavier Le Roy und Eszter Salamon in 6MONTHS1LOCATION (Montpellier 2008) widmet sie sich zunehmend den Resonanzen zwischen Prozess und Produktion bzw. Arbeitsweisen und Produkten. In „Where is my privacy“ wendet sie sich explizit der internationalen freien Tanzszene zu, in der Künstler zum ununterbrochenenen Ortswechsel gezwungen sind und in einem losen Netzwerk einer deterritorialisierten Gemeinschaft immer in Bewegung bleiben und niemals ankommen.

12. November, 18.30 Uhr
Saša Asentić: My private biopolitics
Saša Asentić lebt und arbeitet als Performer und Kulturschaffender in Novi Sad, Serbien. Internationale Bekanntheit gewann er mit seiner Performance „My private biopolitics“, die das Verhältnis zwischen den hegemonialen Strukturen des westeuropäischen Kunstmarkts im osteuropäischen Raum beleuchtet.

12. November, 22:00 Uhr
Late Night Performances
Arbeiten von Studierenden des Masterstudiengangs 'Choreographie und Performance', Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen

13. November, 18:30 Uhr
Xavier Le Roy (Berlin): Product of Other Circumstances
Xavier Le Roy studierte Molekularbiologie an der Universität Montpellier und wendete sich erst 1991 dem Tanz zu. Mit „Product of Circumstances“ leitete er 1999 nicht nur endgültig eine neue Phase auf dem Feld des zeitgenössischen Tanzes ein, sondern etablierte auch ein neues Genre: den Lecture-Dance. Eigens für "Mitteilungen: Tanz, Politik und Ko-Immunität" wird Le Roy dieses Format mit einer neuen Arbeit weiterentwickeln und fragen, was sich in den letzten zehn Jahren alles getan hat: Inwieweit sind die Ziele von damals erreicht? Welche neuen Probleme und Forschungsgebiete ergeben sich heute aus einem zunehmend international verflochtenen Markt? Wie lässt sich Ausbildung denken jenseits tradierter Modelle? Dass Tänzer und Choreographen selber denken können, scheint mittlerweile allen klar geworden zu sein, offen bleibt jedoch die Antwort auf eine seit Spinoza überall zirkulierende Frage: Was vermag der Körper noch alles? Le Roys neuestes Stück „Product of Other Circumstances“. Diesmal geht Le Roy jedoch nicht von dem vertrauten Bereich seiner eigenen Biographie aus, sondern er lädt das Publikum auf eine Reise in das Japanische Butoh ein, eine Tanzform, der der professionelle Choreograph als unerfahrener Laie und Fremder begegnet.

Das Festival findet mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts Giessen, des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft Giessen und der Hessischen Theaterakademie statt.


WORKSHOP
November 14th, 4pm-8pm

"Methodological Games"
Workshop with Saša Asentić and Ana Vujanović

The Performance "My Private Biopolitics", as a personal artistic and political statement of the author and his team, characteristic for transitional Serbian society and art and their positioning with regards to scenes of “the First world”, is in its next phase.
After self-abolition of performance as an art work, in the new phase we comprehend the work as an artistic means, a methodological tool which we wish to share with contemporary dance and performance artists, who are willing to reflect their contexts and public work, and to all who have something to say about structuration of global World, of contemporary dance and performance.
Work will develop within an open research platform consisting of "demonstration examples" (My-Private-Biopolitics-performance and Tiger’s-leap-into-the-past-lecture and discussion) and "methodological games".